Information / Aktion

Lieber Besucher, Hallo Gast. Im diesem Forum sind Gastbeiträge erlaubt, welche jedoch um Missbrauch zu vermeiden, vom Team moderiert, beziehungsweise freigeschaltet werden müssen. Bitte um Verständnis. Als registriertes Mitglied erscheinen deine Beiträge sofort und du kannst auch selbst Themen erstellen und vieles andere mehr. Bitte beachte Ihn jedem Fall unsere Regeln und die Regeln die im Internet üblich sind. Vielen Dank und Gutes gelingen beim Verhindern von TTIP, CETA und Tisa.




Antworten der EU-Politiker

Schreib ein Mail an unserere Politiker

Antworten der EU-Politiker

Beitragvon Frank Richter am 28. August 2014, 01:11

Hier die Antwort von Fabio De Masi


Sehr geehrter Herr xxxxxxxx,

DIE LINKE wird nach den uns vorliegenden Informationen zu TTIP, CETA und TISA gegen diese Abkommen stimmen. Weitere Informationen entnehmen Sie meiner Homepage http://www.fabiodemasi.de

Beste Grüße

Fabio De Masi
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat bereits verloren.

Für diesen Beitrag von Frank Richter dankte:
Silvia Donninger (28. August 2014, 10:48)
Bewertung: 50%
 
Frank Richter
Activus Tribunus Laticlavius
Activus Tribunus Laticlavius
 
Beiträge: 36
Registriert: 21. August 2014, 17:45
Länderflagge: Germany (de)

Re: Antworten der EU-Politiker

Beitragvon Frank Richter am 28. August 2014, 17:44

Hier die Antwort von Angelika Mlinar (NEOS)

Sehr geehrter Herr xxxxxxxxxx,

besten Dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse an einem solch wichtigen Thema wie dem TTIP und CETA.

Auch wir NEOS und Angelika Mlinar als unsere Abgeordnete zum Europäischen Parlament sind sich den Kritikpunkten am TTIP und an CETA durchaus bewusst. Ich kann Ihnen versichern, dass NEOS diesen Abkommen, wie sie sich der­zeit darstellen, we­der auf na­tiona­ler noch auf eu­ro­päi­scher Ebene un­ter­stüt­zen wird.

Dies liegt vor allem an der von Ihnen angesprochenen fehlenden Transparenz der Verhandlungen. Zur Frage, warum diese geheim sind: Die Europäische Kommission, welche die Verhandlungen im Auftrag der EU-Mitgliedstaaten und mit klar umrissenen Mandat führt, vergleicht die Geheimhaltung der Verhandlungen gerne mit dem Feilschen beim Autokauf. Nur wenn der andere nicht wisse, welchen Preis man maximal zahlen wolle, könne man am Ende einen besseren Preis herausschlagen​. Vorab informiert über die europäischen Verhandlungsdokumente werden zur Zeit Vertreter der Staaten und des Handelsausschusses im EU-Parlament.

Diese Intransparenz lehnt NEOS ab. Viel­mehr for­dern wir die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on, die die Ver­hand­lun­gen führt, auf, alle Mit­tel aus­zu­schöp­fen, um die Bür­ger_in­nen­be­tei­li­gung zu maximieren.

NEOS sieht den Freihandel grundsätzlich positiv. Ein Freihandelsabkommen mit den USA, dass Wachstum und Jobs schafft und hohe europäische Standards festschreibt, wäre ein wichtiger Schritt in Richtung globaler Wettbewerbsfähigkeit. Wir NEOS hal­ten Frei­han­del für ei­nen we­sent­li­chen Fak­tor der wirt­schaft­li­chen Ge­stal­tungs­mög­lich­keit und wir be­ken­nen uns zum Han­del, als ei­nen der Ga­ran­ten für ein fried­li­ches Mit­ein­an­der.

Natürlich haben auch wir die diversen kritischen Berichterstattungen gelesen, die teils sehr fundiert richtige Kritikpunkte finden (z.B. Investor-State Dispute Settlement ISDS, dessen Verhandlungen übrigens ausgesetzt worden sind), teils aber auch sehr polemisch sind und nicht den uns bekannten Fakten entsprechen (Chlorhühner, Hormonfleisch). Wir haben uns daher das Ziel gesteckt, evidenzbasiert, unabhängig, transparent und ehrlich die potentiellen Risiken und Chancen des TTIP und CETA zu analysieren.

Im Rahmen der Verhandlungen sind vor allem zwei größere Konfliktfelder zu Tage getreten, von denen unsere Zu- oder Abstimmung zu TTIP und CETA abhängt: Lebensmittel-Standards und die internationale Schiedsgerichtsbarkeit.

Wir NEOS stehen für hohe Lebensmittelstandards, Vielfalt und klare Kennzeichnung. Wir nehmen die Skepsis unserer Bürger_Innen gegenüber Gentechnik, Chlorhuhn, Hormonfleisch, etc. ernst und teilen sie. Die EU-Kommission, die TTIP und CETA momentan verhandelt, kann über Hormonfleisch, Chlorhuhn oder Gentechnik jedoch gar nicht entscheiden. Dass diese medialen Bilder TTIP und CETA zugerechnet werden, ist kreativer medialer Arbeit zuzuschreiben. Fakt ist, dass die EU-Kommission nicht entscheiden kann, welche Produkte oder Lebensmittel auf den europäischen Markt dürfen. Denn das wird nach einer Prüfung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA im europäischen Parlament beschlossen und im Falle von TTIP und CETA zusätzlich noch in allen nationalen Parlamenten.

Wichtiger als die Diskussion über das Chlorhuhn wäre zum Beispiel eine umfassende Kennzeichnungspflicht. Denn obwohl zum Beispiel 80% der momentan in Österreich verwendeten Mast-Futtermittel aus genmanipulierten Pflanzen hergestellt werden, erhalten diese Fleischprodukte das AMA-Gütesiegel und die „Gentechnik-frei“-Kennzeichnung. Hier gilt es schnell nachzubessern, denn Lebensmittel müssen klar gekennzeichnet werden. Unsere Bürger_Innen haben das Recht zu erfahren, was in ihren Lebensmitteln enthalten ist. Dies gilt vor allem auch für Erzeugnisse und Lebensmittel aus den USA und Kanada.

Zu den Schiedsgerichten: Diese sind keine parallelen Rechtssysteme, sondern dienen der Streitbeilegung in internationalen, völkerrechtlichen Abkommen. Während nationale Gerichte dem jeweiligen nationalen Gesetz und in den USA sogar explizit den nationalen Interessen folgen müssen, sind internationale Schiedsgerichte dem Völkerrecht verpflichtet und haben auch um einiges mehr Erfahrung und Expertise in dessen Anwendung. Konzerne können auch nicht einfach gegen ungeliebte Gesetze klagen. Im TTIP wird festgeschrieben, dass jede Partei bzw. jeder Staat weiterhin das "Right to regulate" hat. Die Souveränität der Staaten und der Demokratie wird und darf natürlich keinesfalls beeinträchtigt werden - dem würden auch weder die USA, noch die EU-Kommission oder die in den Verhandlungen von den Wirtschaftsministern vertretenen Mitgliedsstaaten zustimmen.

Jedwede Gesetze zur Unversehrtheit der Menschen, Tiere, Pflanzen, erschöpfbaren Resourcen oder dem Sicherstellen der persönlichen Privatsphäre und Sicherheit sind in einem eigenen Ausnahmenkapitel sowieso von den TTIP-Regeln ausgenommen. Gesetze, die für alle Firmen (inländische wie ausländische) gelten und diesen Zielen dienen, können also auf gar keinen Fall eingeklagt werden. Wo dies von Firmen missbräuchlich doch getan wird, sollen selbige dem Staat die Verfahrenskosten dafür ersetzen. Wir NEOS fordern auch eine explizite Darlegung der Verfahrensregeln, um klar und deutlich feststellen zu können, ob eine Klage überhaupt zulässig ist oder einen Fall von Missbrauch darstellt.

Sie sehen also, dass wir viele Kritikpunkte am TTIP und am CETA teilen, jedoch nicht unreflektiert jede Panikmache übernehmen, sondern auch die Chancen eines Freihandelsabkommens mit den USA sehen und ganz klar mehr Transparenz fordern.

Ich würde Sie schließlich gerne an einen Beitrag zu diesem Thema von Angelika Mlinar vom März dieses Jahres verweisen: https://europa.neos.eu/ttip-wie-es-sich ... rstuetzen/

Ich hoffe ich konnte Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten. Sollten Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung!


Mit besten Grüßen,


Clemens Gaiger
Wien Büro der Abgeordneten zum Europaparlament
Dr. Angelika Mlinar
NEOS - Das Neue Österreich und Liberales Forum
ALDE - Alliance of Liberals and Democrats for Europe
clemens.gaiger@neos.eu


www.neos.eu
facebook.com/NeosDasNeueOesterreich
twitter.com/neos_eu
Das Magazin für Mitgestalter_innen ist da. http://mut.neos.eu
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat bereits verloren.
Frank Richter
Activus Tribunus Laticlavius
Activus Tribunus Laticlavius
 
Beiträge: 36
Registriert: 21. August 2014, 17:45
Länderflagge: Germany (de)

Antwort von Maria Noichl, SPD

Beitragvon Frank Richter am 1. September 2014, 22:51

Hier die Antwort von Maria Noichl, SPD, MdEP

Sehr geehrter Herr Kaluschke,
herzlichen Dank für Ihre Mail vom 27. August 2014.
Ich habe wie Sie grosse Sorge, dass die Abkommen TTIP und Co. weit in die demokratischen Strukturen hineinreichen.
Bereits im Wahlkampf habe ich mich deshalb klar positioniert.

Meine Position hat sich nicht verändert, auch wenn ich jetzt ein Mitglied im EU-Parlament bin.
Herzliche Grüsse aus Brüssel
Maria Noichl, MdEP
Bayern
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat bereits verloren.

Für diesen Beitrag von Frank Richter dankte:
Silvia Donninger (2. September 2014, 14:46)
Bewertung: 50%
 
Frank Richter
Activus Tribunus Laticlavius
Activus Tribunus Laticlavius
 
Beiträge: 36
Registriert: 21. August 2014, 17:45
Länderflagge: Germany (de)

Re: Antworten der EU-Politiker

Beitragvon Frank Richter am 3. September 2014, 17:25

Hier die Antwort von: Alexandra Bärtl, MA, Assistant to MEP Jörg Leichtfried, SPÖ, MdE

Sehr geehrter Herr xxxxxxxxx,

im Namen der SPÖ-Delegation im Europäischen Parlament darf ich mich herzlichst für Ihr Schreiben bedanken.

Das CETA-Abkommen ist weitgehend ausverhandelt und ja das sogenannte "ISDS-Verfahren" ist darin enthalten.
Der CETA-Text wurde geleaked und der Presse zugespielt. Sie können den Text hier nachlesen:
http://www.bilaterals.org/?eu-canada-ft ... ed&lang=en

Die SPÖ-EU-Delegation steht diesem Abkommen, genau wie dem TTIP und dem TISA derzeit eher ablehnend gegenüber und zwar aus folgenden Gründen:
• die mangelnde Transparenz bei den Verhandlungen: wir fordern mehr Transparenz und mehr Einbeziehung der EU-Abgeordneten, vor allem aber der Zivilgesellschaft;
• das Streitbeilegungsverfahren (ISDS): dieser Mechanismus würde eine "Zweiklassengerichtsbarkeit" schaffen und dies lehnen wir ab;
• die europäischen Standards dürfen nicht gesenkt werden: unsere Standards müssen in den Bereichen Soziales, Arbeit, Umwelt und Landwirtschaft erhalten bleiben und dürfen nicht unterminiert werden.

Fest steht, dass am Ende das Europäische Parlament über die Annahme oder Ablehnung der Abkommen, TTIP, TISA und CETA, entscheiden wird.
Sollten unsere Forderungen keine Berücksichtigung finden und das ISDS in gegenwärtiger Form bestehen bleiben, werden wir das Abkommen ablehnen.

Das CETA wird wahrscheinlich erst nächstes Jahr im Europäischen Parlament behandelt werden. Das TTIP wird laut unserer Vermutung nächstes Jahr bestimmt noch nicht fertig ausverhandelt sein, wie zuvor immer angestrebt.
Die Mehrheiten im EP sind im Moment noch schwierig einzuschätzen. Jetzt, nach dem Ende der Sommerpause des Europäischen Parlaments bzw. wenn der Verhandlungstext dem EP übermittelt wird, werden sich wahrscheinliche Mehrheiten besser herauskristallisieren, da die Abgeordneten dann auch Zugang zu den Dokumenten erhalten werden und den Text analysieren und prüfen können.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit dieser Antwort weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Alexandra Bärtl

Alexandra Bärtl, MA

Assistant to MEP Jörg Leichtfried
Vice-President of the S&D Group
Head of the SPÖ-Delegation in the European Parliament

ASP 13 G 115
Rue Wiertz 60, B-1047 Brussels

phone: +32 - 2 - 28 - 37 436
fax: +32 - 2 - 28 - 49436
email: joerg.leichtfried@europarl.europa.eu
www.joerg-leichtfried.at
Become a friend: www.facebook.com/joerg.leichtfried
Follow @jleichtfried on Twitter
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat bereits verloren.
Frank Richter
Activus Tribunus Laticlavius
Activus Tribunus Laticlavius
 
Beiträge: 36
Registriert: 21. August 2014, 17:45
Länderflagge: Germany (de)

Re: Antworten der EU-Politiker

Beitragvon Frank Richter am 3. September 2014, 17:27

Hier die Antwort von: Terry Reintke, Grüne, MdE

Lieber Herr xxxxxxxxxx,

vielen Dank für Ihre lange und ausführliche Email, in der Sie Ihre Bedenken bezüglich der Handelsabkommen CETA, TiSA und TTIP äußern.

Wir Grüne sehen die Bestrebungen bezüglich dieser geplanten Abkommen ebenfalls wie Sie äußerst kritisch. Deshalb pochen wir immer wieder auf mehr Transparenz in Verhandlungen über die unterschiedlichen Handelsabkommen sowie auf eine stärkere Einbeziehung der Zivilgesellschaft, um endlich das starke Ungleichgewicht zwischen der Berücksichtigung von Industrieinteressen und Interessen der Zivilgesellschaft zurechtzurücken und damit Interessen im Sinne des Gemeinwohls angemessen berücksichtigt werden.

Bei TTIP haben wir Grüne uns deshalb insbesondere dafür eingesetzt, dass die Verhandlungsdokumente öffentlich gemacht werden und haben auch selber das Mandat veröffentlicht: http://www.ttip-leak.eu/ Aber auch aus vielen anderen Grünen kann das geplante Freihandelsabkommen mit den USA in seiner derzeitigen Form von uns Grünen nicht befürwortet werden: Wir befürchten zum Beispiel, dass durch den Abbau von nicht-tarifären Handelshemmnissen die Verbraucher*innenrechte und andere Regulierungsvorschriften wie Vorschriften zu Gentechnik in der EU aufgeweicht werden. Wir werden daher keinem Abkommen zustimmen, das europäische Standards und Gesetze untergräbt. Wir mobilisieren für mehr Transparenz und die Verteidigung von Standards, für die auf der Straße und in den Parlamenten lange gekämpft wurde – vom europäischen Verbraucher*innen- und Umweltschutz bis hin zur Finanzmarktregulierung in den USA. Wir haben hier 30 Gründe aufgeführt, warum wir gegen TTIP sind. Meine Kollegin Ska Keller, die handelspolitische Sprecherin der Grünen Europafraktion, hat kürzlich einen Sammelband mit kritischen Beiträgen zu diesem Freihandelsabkommen veröffentlicht, den Sie hier finden können.

Auch CETA, das geplante Abkommen mit Kanada, sehen wir kritisch. Das politische Übereinkommen zum Abschluss der CETA-Verhandlungen gab es im Oktober 2013. Noch muss das Abkommen finalisiert und dem Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden. Wir rechnen erst in den kommenden Monaten damit. Insgesamt sehen wir das Interesse an CETA natürlich gern, weil in der Tat ISDS (Investor-Staat-Klagen) auch in diesem Abkommen unakzeptabel sind. Allerdings warnen wir immer etwas vor einer Gleichsetzung von TTIP und CETA, und dem Begriff „Blaupause für TTIP“, denn CETA ist sehr viel mehr ein „normales“ Handelsabkommen als TTIP: Es enthält nicht diesen starken Akzent auf Regulativer Kooperation.

Neben ISDS in CETA haben wir aber auch andere Kritik an diesem Abkommen, die auch im TTIP zum Tragen kommt:

Den negativen Listenansatz für Dienstleistungen lehnen wir grundsätzlich ab, weil alle Dienstleistungen, die nicht explizit ausgeschlossen werden, liberalisiert werden.
Der verlängerte Datenschutz für Testserien im Pharma-Bereich kostet dem Gesundheitswesen der kanadischen Provinzen unglaublich viel Geld.
Im Beschaffungswesen werden die Lokalisierungsbedingungen erschwert (die grüne Europafraktion war sehr aktiv in der Verteidigung des „Ontario Green Energy Act“, der von der EU vor dem WTO-Schiedsgericht gekippt wurde).
Fracking und Teersand-Export haben zwar keinen direkten Bezug zum Text, aber werden durch die ISDS-Bestimmungen in CETA sehr relevant.

Darüber hinaus sind die irischen und französischen Bauernverbände sehr heftig gegen erhöhte Fleischeinfuhren im Billig-Zoll-Bereich aktiv (Tariff Rate Quota, TRQ).

TiSA, das „Trade in Services Agreement” oder auch „Abkommen zum Handel mit Dienstleistungen“, ist eines der wichtigsten derzeit verhandelten Abkommen. Vergleichbar in seinem Ausmaß ist das Abkommen mit TTIP. Bei TiSA geht es darum, den Handel mit Dienstleistungen zu liberalisieren. Damit werden nationale Märkte für ausländische Investor*nnen geöffnet, die teilweise sogar ihren eigenen Arbeiter*nnen mitbringen können. Nicht nur die Gefahr der Liberalisierung öffentlicher Güter wie Abfallentsorgung, Bildung und Gesundheit oder anderer Dienstleistungen wie Datenschutz ist problematisch. Das Abkommen wird deshalb so große Auswirkungen haben, weil es außerhalb der Welthandelsorganisation (WTO) verhandelt wird und somit den Weg ebnet für zukünftige plurilaterale statt multilaterale Abkommen.

ACTA wurde zu Fall gebracht, weil es überall in Europa Proteste gab und zum Beispiel auch viele E-Mails an Parlamentarier*innen verschickt wurden. Deshalb würde ich Ihnen empfehlen, sich in ihrer Region an Protestaktionen zu beteiligen und E-Mails an Abgeordnete zu schreiben, die die Abkommen TTIP, CETA und TiSA unterstützen (Konservative, Sozialdemokraten, Liberale).

Herzliche Grüße,
Terry Reintke
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat bereits verloren.
Frank Richter
Activus Tribunus Laticlavius
Activus Tribunus Laticlavius
 
Beiträge: 36
Registriert: 21. August 2014, 17:45
Länderflagge: Germany (de)

Re: Antworten der EU-Politiker- Grüne Österreich Lunacek

Beitragvon Silvia Donninger am 17. September 2014, 12:43

Sehr geehrte Frau Donninger,

vielen Dank für Ihr Mail. Wir teilen Ihre Besorgnis zu den derzeit verhandelten EU-USA- sowie EU-Kanada-Freihandelsabkommen TTIP und CETA und die Intransparenz der Verhandlungen.

Wir Grüne lehnen CETA und TTIP ebenso ab wie die äußerst intransparenten und geheimen Verhandlungen zu einem internationalen Abkommen über Dienstleistungen (TISA). Wir werden uns weiterhin gegen diese Abkommen politisch engagieren. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei darauf, möglichst viele Abgeordnete sowohl zum Europäischen als auch zum österreichischen Parlament davon zu überzeugen, diese Abkommen abzulehnen.

Daher fordern wir, dass die Verhandlungen zu TTIP gestoppt werden, bis vollständige Transparenz hergestellt ist. Wir haben deshalb eine parlamentarische Transparenzoffensive gestartet, in der wir die Regierung zur Offenlegung der Verhandlungsdokumente und der österreichischen Verhandlungsposition aufgefordert haben. Unter anderem haben wir im März das geplante Freihandelsabkommen zum Thema der "Aktuellen Stunde" im Nationalrat gemacht. Ende April fand auf unsere Initiative ein EU-Ausschuss im Parlament mit dem zuständigen Minister Mitterlehner statt, der sich dadurch erstmals einer politischen Debatte zu TTIP stellen musste. Die Antwort von Wirtschaftsminister Mitterlehner zur österreichischen Position zum Handelsabkommen ist mehr als unbefriedigend. Sie reduziert sich lediglich auf die Aussage, dass Österreich die Verhandlungen unterstützt. Damit signalisiert die Bundesregierung, dass sie kein Interesse an einer öffentlichen Debatte hat. Das werden wir nicht akzeptieren, weshalb wir weitere politische Schritte setzen werden, um dieses Abkommen gemeinsam mit kritischen NGOs zu verhindern.

Denn wenn das TTIP Abkommen wirklich so umgesetzt wird, wie sich das große amerikanische und europäische Konzerne wünschen, würde das weitreichende Eingriffe in das Leben von uns BürgerInnen bringen: Atomkraft-Ausstieg, Fracking-Verbot und hohe Lebensmittelstandards stehen den Profiten einzelner Konzerne in Europa und den USA im Weg. Umwelt- und Sozialstandards drohen deshalb ausgehöhlt zu werden. Schon allein deshalb haben wir ein Recht auf Information! Die Bundesregierung wäre gut beraten, sich nicht an der Geheimhaltungspolitik von USA und EU-Kommission zu beteiligen, rasch alle relevanten Dokumente offenzulegen und eine breite öffentliche Debatte über die Auswirkungen des Abkommens ermöglichen.

Umfangreiche Informationen über die Position der Grünen zum TTIP finden Sie bei Interesse auch hier: http://www.gruene.at/schwerpunkte/ttip-no-thanks

Die Grüne/EFA Fraktion im Europäischen Parlament verfolgt ebenfalls sehr konsequent eine Ablehnung der Verhandlungen hinter verschlossenen Türen und hat dazu eine umfassende Kampagnen-Seite mit unseren Aktivitäten eingerichtet: http://ttip2014.eu/

Wie Sie sehen, ziehen die Grünen Parteien Europas hier an einem Strang.

Gerne halten wir Sie weiterhin auf dem Laufenden. Als kleinen Beitrag zu mehr Informationen aus dem Europaparlament kann ich Ihnen anbieten, Ihre Mailadresse in den Newsletter-Verteiler von Monika Vana, Michel Reimon und mir aufzunehmen. Dann bekommen Sie monatlich jeweils nach der Plenartagung in Straßburg Informationen aus erster Hand zugesandt.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mein Angebot annehmen – in diesem Fall bitte ich um eine kurze Bestätigungsmail.

Mit freundlichen Grüßen, Ulrike Lunacek

Ulrike Lunacek, MEP

Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments

Die Grünen/EFA, Österreich
Designierte Vorsitzende der LGBT Intergroup des EP
Delegationsleiterin der Grünen Österreich

Europäisches Parlament, ASP 05F358
Rue Wiertz 60, B-1047 Bruxelles
Tel.: +32.228-47395
Fax: +32.228-49395
ulrike.lunacek@europarl.europa.eu

ulrike.lunacek@gruene.at
http://www.ulrikelunacek.eu
http://www.greens-efa.org
http://www.gruene.at
Find me on facebook and Twitter!

P Be green, leave it on the screen.
Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich interessiert, was getan werden muss.
Benutzeravatar
Silvia Donninger
Activus Tribunus Laticlavius
Activus Tribunus Laticlavius
 
Beiträge: 142
Registriert: 21. August 2014, 17:25
Länderflagge: Austria (at)
Geschlecht: weiblich

Antworten der EU Politiker

Beitragvon BryanIners am 24. August 2018, 06:48

Ich habe es nur am Rande verfolgt und weiß deshalb nicht genau in welchem Umfang er abgeschrieben haben soll. Wäre es eine andere Person, wäre das Tamtam auch garantiert nicht so groß. Das Timing ist sowieso sehr verdächtig, auch oder gerade weil- alle Stellen immer wieder betonen müssen, es wäre im Rahmen einer Routineuntersuchung herausgekommen. Das kann ich nicht so recht glauben, es muss ja nichtmal die opposition dahinter stecken, auch das eigene Lager vor allem Beckstein hätte teils etwas davon wenn Guttenberg einen Teil seiner Popularität verliert. Ich bin kein großer Guttenberg Fan, aber es stinkt schon gewaltig.
Zum anderen kann ich auch mal wieder nicht den Aufschrei der ganzen Menschen verstehen, die scheinbar wirklich mit den Händen vor den Augen durch die Welt laufen müssen...Es gibt Doktoranten, deren Titel nicht verdient ist? Das sind ja wirklich schockierende Neuigkeiten Zumindest wenn man die letzen 10 Jahre keine Nachrichten gelesen hat und auch sonst den Großteil seiner Zeit in der eigenen Höhle verbracht hat. Übrigends: Die Erde ist rund
Naja, also zurГјcktreten sollte er deshalb nicht. Ich bin wie gesagt kein groГџer Fan von ihm, aber er ist trotzdem einer der besseren Politiker die wir derzeit so haben, von daher sollte er weiter machen, denn an dieser Tatsache Г¤ndert auch das fehlende Vorhandensein eines Doktortitels nichts, der heute abseits der Medizin sowieso lange nicht mehr die Bedeutung hat, die ihm eigentlich zusteht.
Benutzeravatar
BryanIners
 
Beiträge: 6
Registriert: 8. Juli 2018, 20:53
Plz/Ort: Mali
Länderflagge: Mali (ml)


Zurück zu Emailadressen EU-Politiker + Musterbrief

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron